ideAObjekt
imagEMaterial 
perceptioNMemory
proxYOriginal 
clotHSpectre 
facTFake
tracEPresence
deprivatioNFuture
Der Verbindung von Gegensätzen muss stets ein Bruch innewohnen. Ganz besonders dann, wenn die Gegensätze aufeinander basieren, doch definitionsgemäß niemals dasselbe sein können, wie dies bei der Vorstellung von einem Hund und einem Hund der Fall ist. Diese Verbindung von Signifikant und Signifikat ist eine der ungewöhnlichen Grundbedingungen eines jeden Kunstwerks. Nun sind Tolia Astali und Dylan Peirce wahre Pfadfinder an der Bruchstelle, die im Innern dieser Verbindung liegt. Sie sind Pfadfinder, die sich entlang der différance bewegen, wie Derrida es genannt hat.  Ihre gemeinsamen Werke untersuchen eben dieses abschüssige Gelände, sie erweitern es und legen es frei. 
Eine Beschreibung ihrer Werke, wie sie sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln darstellen, mag hier eine genauere Festlegung auf der Ebene der Worte ermöglichen. Auf den ersten Blick sieht man jeweils ein einigermaßen verwittertes Objekt, dabei kann es sich um ein Stück grauen Stoffs, ein getrocknetes Hautstück oder einen Filmfragment handeln. Es hat den Anschein, als sei jedwede Färbung aus diesen Gegenständen gewichen. Ein zweiter Blick aus größerer Nähe bietet einen überwältigenden Detailreichtum an der Oberfläche. Sie besteht aus der brüchigen Verschmelzung weitgehend unkenntlicher und doch bekannt erscheinender Strukturen, Spuren, die Schmelzen oder Schneiden zurückließen, und den Restbeständen einer erodierten, verlassenen Bilderwelt.  All dies liegt eingebettet in die durchscheinende Fragmentierung des Oberflächenmaterials. Eine dritte, tiefer ins Innere dringende Untersuchung lässt Assoziationen zu verschwommenen Bildern von Architekturresten, Versteinerungen von Satellitenbildern oder erweiterten Körperzonen aufkommen, um nur einige wenige zu nennen. Schon diese Beschreibungen vermögen die unterschiedlichen Schichten der Entfremdung und Ebenen der Künstlichkeit aufzuzeigen, welche die Künstler*innen wirksam werden lassen. Wie bei einem Gespenst: Alles ist ja da, aber es bleibt ungreifbar.
Die Werke von Astali und Peirce sind die Phantome einer nachmenschlichen Zukunft, die uns unmittelbar bevorsteht, in unserer Gegenwart. Sie sind Botschafter des Dystopischen, Abdruckspuren des Anthropozäns. Möglich auch, dass sie eine so tiefe Frequenz darstellen, dass wir sie nicht hören, sondern lediglich spüren können. Oder sie sind eine Scheibe jener dunklen Materie, die alle messbaren Quantitäten verbindet. Letzten Endes verkörpern diese Markierungen ihren ganz eigenen Zustand. Sie verströmen geradezu ihre distante Zeitlichkeit, ihre undurchsichtigen Quellen, ihre ungewisse Materialität und ihre verschlüsselte Zielsetzung.
Text: Stephan Klee