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Christoph Lohmann
Theresa Eipeldauer
Sofie Thorsen
Bastian Muhr

Theresa Eipeldauer, Christoph Lohmann, Bastian Muhr, Sofie Thorsen + Elisabeth Bertelmann (strike a pose 23rd-25th June)

Jun 11, 2022-Aug 13, 2022

Pressrelease

The conceptual approaches of these artists, who all live in Germany or Austria, are as diverse as the techniques used in their works. What they all have in common is a restrained and reduced use of color.

Drawings in pencil or colored pencil attract less attention at first glance due to their lack of intense color, but for many artists they represent the beginning of an idea and thus acquire a high significance. The drawn or painted line fixes outlines, creates frottages, and builds structures, as well as filling entire surfaces, to name just a few aspects of the exhibited works. With the works of these four artists, we present a variety of thematic concepts and shared formal similarities.

In her reduced drawings and objects, Sofie Thorsen (b. 1971, Arhus, DK) explores the role of archives, depots, historical visual materials, and archaeological collections as repositories of our cultural and sociopolitical memory. Created using the frottage technique, the works on paper depict fragments of a destroyed relief.

Theresa Eipeldauer (b. 1984, Vienna, AT) focuses and multiplies the line, giving a suggestion of three-dimensionality. The tube-like elements laid over and under each other evoke connotations of a dynamic labyrinth; contrasts and repetitions create spaces or objects.

Bastian Muhr (b. 1981, Braunschweig, DE) uses soft, geometric, monochrome forms to produce motifs that often have a strong internal structure. They consist of thick lines applied with oil paint and cannot be clearly classified as either figuration or abstraction. Filling the image space, they seem compact and dynamic.

In the paintings of Christoph Lohmann (b. 1967, Remscheid, DE) the viewer can see figures constructed from simple lines. While they resemble sculptural scaffolding, they convey his enjoyment of painting. Lohmann’s titles testify to his sense of humor while playfully experimenting with his position as a painter.

The last weekend in June marks the second time that the gallery is participating in the project “strike — a pose,” which focuses on the interfaces between visual art and fashion.

The unifying element of the four artists already on display—their linear drawings—forges a stylistic link to the delicate works of Elisabeth Bertelmann. Among other subjects, she examines the artistic craft of bobbin lace. First mentioned in the sixteenth century, this craft has been modified and adapted to reflect contemporary tastes throughout every period of art history. It is a highly complex handicraft technique in which threads are woven together using bobbins. Bertelmann sees herself as a continuation of the tradition of the Wiener Werkstätten (1903–1932), a collective of visual artists that advocated for the union of art and craft. The richly detailed collars, brooches, and ribbons presented in display cases are an unusual complement to her models.

Elisabeth Bertelmann’s works are available as one-of-a-kind pieces or made to order and are produced in cooperation with traditional lace makers in Germany.

Pressemitteilung

Die inhaltlichen Ansätze der in Deutschland und Österreich lebenden Künstler*innen sind so vielfältig, wie die Techniken, die in den Werken angewendet werden. Gemeinsam ist allen eine farbliche Zurückhaltung und Reduziertheit. 

Zeichnungen mit Blei- oder Buntstift ziehen durch fehlende Farbintensität auf den ersten Blick weniger Aufmerksamkeit auf sich, stellen jedoch für viele Künstler*innen den Beginn einer Idee dar und nehmen somit einen hohen Stellenwert ein. Mit der gezeichneten oder gemalten Linie werden Umrisse fixiert, Frottagen erstellt, Strukturen aufgebaut, aber auch ganze Flächen gefüllt, um nur einige Aspekte der ausgestellten Werke zu nennen. Mit den Arbeiten der vier Künstler*innen zeigen wir unterschiedliche inhaltliche Konzepte und verbindende formale Ähnlichkeiten.

Sofie Thorsen (*1971, Arhus, DK) setzt sich in ihren reduzierten Zeichnungen und Objekten mit der Rolle von Archiven, Depots, historischen Bildmaterialien und archäologischen Sammlungen als Speicherorte unseres kulturellen wie soziopolitischen Gedächtnisses auseinander. Die mittels Frottage-Technik entstandenen Papierarbeiten zeigen Fragmente eines zerstörten Reliefs.

Theresa Eipeldauer (*1984, Wien, A) fokussiert und multipliziert die Linie, wodurch Dreidimensionalität suggeriert wird. Ein Über- und Untereinander der röhrenähnlichen Elemente wecken die Assoziation eines dynamischen Labyrinthes; Kontraste und Wiederholungen kreieren Räume oder Objekte. 

Bastian Muhr (*1981, Braunschweig, DE) benutzt weiche, geometrisch monochrome Formen, um Motive zu erzeugen, die oft eine starke Binnenstruktur aufweisen. Sie bestehen aus dicken Linien, die mit Ölfarbe aufgetragen sind und können weder eindeutig der Figuration noch der Abstraktion zugeordnet werden. Formatfüllend wirken sie kompakt und dynamisch.

Auf den Bildern von Christoph Lohmann (*1967, Remscheid, DE) erkennt man Figuren, die aus einfachen Linien konstruiert werden. Sie gleichen bildhauerischen Gerüsten und vermitteln doch ein Vergnügen an der Malerei. Lohmanns Titel zeugen von Humor und spielen gleichzeitig mit der Position als Maler.

Am letzten Juni-Wochenende nimmt die Galerie zum zweiten Mal an dem Projekt „strike — a pose“ teil, bei dem die Schnittstellen zwischen Bildender Kunst und Mode thematisiert werden. 

Das verbindende Element des zeichnerisch Linearen der vier bereits ausgestellten Künstler*innen baut eine stilistische Brücke zu den filigranen Arbeiten von Elisabeth Bertelmann. Sie setzt sich unter Anderem mit dem Kunsthandwerk des Klöppelns auseinander. Dieses Handwerk wird erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt und wurde in allen kunsthistorischen Perioden modifiziert und dem Zeitgeschmack angepasst. Es handelt sich um eine hoch komplexe Handarbeitstechnik, bei der Fäden mittels Klöppel zu einem Flechtwerk gearbeitet werden. Bertelmann sieht sich in der Tradition der Wiener Werkstätten (1903-1932), einer Produktionsgemeinschaft bildender Künstler, die für den Verbund von Kunst und Handwerk postulierte. Die detailreich gefertigten Krägen, Broschen und Bänder, die in Vitrinen präsentiert werden sind eine ungewöhnliche Ergänzung zu ihren Modellen. 

Elisabeth Bertelmann‘s Arbeiten  sind als Einzelstücke oder als Made-to-Order erhältlich und sind in Kooperation mit traditionellen Klöpplerinnen in Deutschland entstanden.