Jörn Stoya
Ne Me Quitte Pas

14.03.-07.05.2020

Unter dem Titel Ne Me Quitte Pas zeigen wir neue Arbeiten von Jörn Stoya, die an seine Ausstellungen Lo-Fi (2017) und Alles Farbe! Jörn Stoya und die Sammlung des Museum Morsbroich, Leverkusen (2019) anknüpfen.
Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit einem Text von Sabine B. Vogel, aus dem wir hier zitieren möchten.

Freigestellt im Raum schweben die Formen auf der Leinwand. Manchmal scheinen sie aus dem Bild entweichen zu wollen, manchmal drängen sie sich dicht zusammen. Ihre Farben sind leuchtend, strahlend, Jörn Stoya spricht von einer „Süßlichkeit“, die ihn interessiere . Gemeint ist eine Farbskala voller Pink, Lila und Gelb, in der Stoya weitgehend auf Gegenständlichkeit verzichtet. Seine Farben bilden tiefe, suggestive Bildräume, die bisweilen von der Zentralperspektive geprägt sind, aber immer abstrakt bleiben. Es ist eine üppige Abstraktion, voller Kraft und Lebendigkeit.


Die Farbe als Seele der Malerei, als paradiesischer Zustand, als Inbegriff von Freiheit und Immaterialität – alle diese Zuschreibungen weisen vor allem auf eines hin: Farbe dient nicht zur rationalen Weltbewältigung. Farbwahrnehmung ist ein unbewusster Weltzugriff, eine Entgrenzung, eine nicht-sprachliche Überwältigung. Die Farbe im Sinne des Kolorit als Weg zur Freiheit, als Tor aus einem begrenzten konkreten Ort ins Unendliche des Farbraums. In Stoyas Werk entspricht diesen Zuschreibungen die spezielle Bildtechnik, mit der der Künstler die Farbe gänzlich aus der Gegenstandsbindung befreit hat und als eigenständigen Ausdrucksträger einsetzt: Die Bilder liegen auf einem Tisch, mit der Hand reibt er Pigmente in die Leinwand ein. Ohne vorherige Skizzen, ohne Linien oder Zeichnungen, entstehen die Bilder im Arbeitsprozess.