Petra Rinck Galerie freut sich eine Gruppenausstelung mit Positionen zur Malerei zu präsentieren.
Die zentrale künstlerische Auseinandersetzung in dieser Ausstellung betrifft die grundsätzliche Frage nach dem, was Malerei sein kann. Dies beginnt einerseits mit visuellen Überlegungen hinsichtlich der Bildfindung, das heißt, mit der Frage nach den Möglichkeiten, die der Künstler besitzt, um zu einem Bild zu kommen. Andererseits beziehen sich die Überlegungen aber auch dezidiert und konkret auf die Materialien des Bildes.

Die bildnerische Reichweite der von Theresa Eipeldauer (* Wien 1985) eingesetzten Formensprache durchkreuzt eine Fülle von Materialien und technischen Prozessen, die auf das Primat der Zeichnung und der Malerei zurückzuführen sind, diese Medien jedoch in unterschiedlicher Weise analysieren und in einer weiteren Stufe räumlich fortführen. Eine Palette an Grundfarben wiederholt sich in einer minimalistischen Auseinandersetzung mit abstrakten Formationen, die in den einzelnen Medien wie Grafitzeichnung, Siebdruck, grundierter Leinwand und Skulptur angewandt werden und Fragen nach Möglichkeiten des Displays aufgreifen.
Theresa Eipeldauer lebt und arbeitet in Wien und studierte an der Akademie der Künste in Wien und hat an diversen internationalen Ausstellungen unter anderem bei Galerie Krobath, Wien teilgenommen.

Christof John (* Hannover 1984) bewegt sich zwischen informeller und geometrischer Abstraktion. Seine Malerei beginnt oftmals aus einer alltäglichen Beobachtung heraus, entwickelt sich dann jedoch frei.
Nur durch sein Wissen über die Geschichte der Malerei können solche Bilder entstehen. Den geheimnisvollen malerischen Collagen von Form und Farbe liegt das Wissen über die Kunstgeschichte der Malerei zu Grunde.
Christof John lebt in Köln und ist Meisterschüler von Walter Dahn. Im Augenblick sind Arbeiten im Künstler Verein Dortmund innnerhalb der Gruppenausstellung „Ohne Netz und Doppelten Boden“ zu sehen.

In den Arbeiten von Jugoslav Mitevski (* Backenheim 1978) treffen verschiedenen Strukturen als Elemente des Bildes aufeinander. Relief, Farben, Linien, Aussparungen etc. finden auf der gleichen Ebene des Bildes zueinander und stellen sich in einen visuellen Dialog, deren innerer Zusammenhang auf der Fläche zu funktionieren hat. Es ist ihre kontextuelle Struktur, die dann die künstlerische Bildfindung bestimmt. Nicht das einzelne Element erhält durch Selbstbezug Sinn, sondern erst ihr Miteinander entscheidet über das Funktionieren des Bildes. Die Eigenschaften der Materie, die Bedingungen der Malerei, die Strukturierung durch die Fläche sind wesentlich für das malerische Sehen, das die Werke einfordern. Nicht die einzelnen Phänomene werden hierbei isoliert betrachtet und mit Bedeutung aufgeladen, sondern die Relationen zwischen den Elementen, ihre Verbindungen mit den Phänomenen sind in den Arbeiten sinnstiftend. Die Werke behandeln immer die immanent malerische Auseinandersetzung mit der Bildfläche. Die Fläche, ihre Biegung und Krümmung sind dem Künstler wichtiger als der Raum beziehungsweise eine irgendwie entstehende Raumillusion.
Jugoslav Mitevski hat mazedonische Wurzeln und lebt in Berlin. Auf der Art Cologne 2017 werden seine Arbeiten in einer Solopräsentation im Bereich New Positions gezeigt.

Benjamin Roth (* Amsterdam 1975) ist an der Konstruktion eines Gemäldes interessiert. Wie ist die Leinwand gespannt und wie verteilt sich die Spannkraft? Warum haben Keilrahmen Wülste oder ein Kreuz? Vor allem aber fesselt ihn die Frage, wie sich diese Basiselemente und Techniken auf die äußere Erscheinungsform eines Werks auswirken. Roth will diesen Prozess sichtbar machen und die Basis zudem als Material an sich einsetzen, wodurch eine völlig neue Arbeit mit eigener Ästhetik entsteht.
In seiner jüngsten Serie konzentriert er sich auf das klassische Verhältnis zwischen Bildträger – Leinwand oder Tafel – und dem Keilrahmen. Alle selbstverständlich scheinenden Elemente werden in sein Spiel einbezogen. Roth malt hinter der Leinwand statt darauf (indem er den Keilrahmen bemalt und transparente Leinwand benutzt), wodurch die Funktion der Leinwand sich vom Bildträger zum Beschützer wandelt, durch den wir behutsam ein wenig Farbe erhaschen.
Benjamin Roth lebt in Amsterdam und wird ebenfalls auf der Art Cologne 2017 durch die Galerie Onrust vertreten sein.